Baehr kriegt doch wieder die Kurve!

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    • Baehr kriegt doch wieder die Kurve!

      ...hab ich heute von meinem freundlichen *014*händler erfahren.

      Baehr kriegt doch wieder die Kurve
      Drohendes Insolvenzverfahren abgewendet - Teile für Motorradhelme werden in China gefertigt

      Manfred Bähr, Inhaber der Baehr GmbH & Co. KG, sieht den Hersteller von Helmen und Kommunikationstechnik für Motorradfahrer nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen wieder auf gutem Weg. Der 46-Jährige räumte im PZ-Gespräch jedoch ein, dass notwendige Investitionen in China dem Unternehmen fast das Genick gebrochen hätten.

      Ein kurzfristiger Überbrückungskredit half dem Unternehmen auf der nördlichen Husterhöhe schließlich aus der finanziellen Schieflage. Mittlerweile sind die ausstehenden Löhne und Gehälter auch bezahlt. Für den Januar wurden sechs Teilzahlungen vereinbart. Zukünftig sollen die Löhne wieder pünktlich an die noch 26 Mitarbeiter überwiesen werden. Zwei Mitarbeiter hat Manfred Bähr wegen des Streits um die ausstehenden Gehälter entlassen, zwei Beschäftigte haben gekündigt. Wegen der Lohnrückstände war aus dem Kreis der Belegschaft Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Dieser Antrag ist beim Amtsgericht, das die aktuelle Entwicklung bei Baehr positiv sieht, aber noch nicht ganz vom Tisch. Wie Anwalt Patrick Königsamen, den einige Baehr-Mitarbeiter eingeschaltet hatten, sagte, soll vermutlich noch in dieser Woche der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für erledigt erklärt werden. Er nannte es erfreulich, dass eine Pleite abgewendet wurde und die Löhne bezahlt würden. Ins Trudeln kam das 1989 gegründete Unternehmen laut Bähr durch einen italienischen Hersteller, weil dieser die Komponenten für die Baehr-Helme, die seit 1996 am Markt sind und in Pirmasens zusammengebaut werden, wiederholt nicht rechtzeitig lieferte. 2006 machte dieser Lieferant schließlich Pleite. Zum Glück hatte Bähr schon vorher nach Alternativen Ausschau gehalten und dank eines chinesischen Freundes in Hongkong fand er im Reich der Mitte einen Hersteller, der sich auf ein joint venture einließ und im vergangenen Jahr die ersten Komponenten für Baehr-Helme nach Pirmasens lieferte. Doch bis im Süden Chinas alles unter Dach und Fach war, musste Manfred Bähr nicht nur 500000 Euro alleine stemmen, sondern auch jede Menge Zeit investieren. Im vergangenen Jahr verbrachte er insgesamt über 22 Wochen in China. Mittlerweile hat seine Firma, an der seit 1990 noch der Dahner Bernd Gäbler beteiligt ist, in der 13-Millionen-Metropole Shenzhen ein eigenes Büro mit vier Mitarbeitern eingerichtet, um die Zusammenarbeit mit der zwei Autostunden entfernten Helmfabrik zu koordinieren. Die ersten Erfahrungen mit den Asiaten sind durchaus positiv. Die Lieferungen kämen pünktlich und auch die Qualität halte deutschem Standard stand. Laut Bähr verkauft das Unternehmen jährlich rund 5000 der mit Kommunikationstechnik ausgerüsteten Baehr-Helme. Von den Kommunikationseinheiten für Motorradfahrer, die nachträglich in den Helm eingebaut werden und zwischen 300 und 1000 Euro kosten, werden etwa 2000 Einheiten abgesetzt. Damit können Motorradfahrer sich während der Fahrt untereinander und mit dem Sozius unterhalten, Telefonate empfangen und auch ein Navigationssystem anschließen. Bähr, der mit seiner Familie auf dem Hochstellerhof wohnt, geht davon aus, dass die nächste Wegstrecke nicht einfach wird, aber die Auftragslage im dem vor allem auf die Monate Februar und März konzentrierten Geschäft, sei so hoch wie noch nie. Positiv stimmt ihn auch, dass Händler, bei denen die Baehr-Produkte einen guten Namen haben, mit Vorauszahlungen zum Überleben der Firma, die ihre Produkte in 30 Länder verkauft, beigetragen hätten. Etwas sauer ist der Geschäftsmann auf die Strukturbank des Landes, weil er für seine Investitionen keinen Zuschuss erhalten hat, obwohl auch auf der Husterhöhe durch das China-Engagement zusätzliche Arbeitsplätze geplant waren und in der Firmengeschichte fast durchgängig schwarze Zahlen geschrieben wurden. Manfred Bähr, auf dem Hubertushof bei Nünschweiler aufgewachsen, ist seit Kindesbeinen Motorradnarr. Deshalb warf der gelernte Beamte mit 28 Jahren auch die Brocken beim Zollkommissariat in Eppenbrunn hin und wagte 1989 den Sprung in die Selbstständigkeit. Den Zündfunken lieferte die 250er BMW seines Vaters, auf der er schon als Knirps saß. Diese im Jahre 1953 gebaute Maschine soll demnächst einen Ehrenplatz in seinem Büro erhalten. (pio)
      © Copyright Pirmasenser Zeitung • Dienstag, 04. März 2008

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      gruß markus

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