Harley schrumpft

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    • Harley schrumpft

      Werksschließung bei Harley-Davidson
      Die US-Ikone schrumpft
      © Foto: Harley-Davidson



      Der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson kämpft mit sinkenden Absatzzahlen und schließt sein Endmontage-Werk in Kansas City, Missouri. Das hat der Konzern jetzt im Rahmen seines Jahresberichts angekündigt. 800 Mitarbeiter verlieren dabei laut der US-Zeitung Kansas City Star ihre Jobs.

      Stolzer Adler im Sinkflug: 2017 gingen die Absatzzahlen von Harley-Davidson weltweit um 6,7 Prozent zurück, dabei wurden auf dem wichtigen US-Markt 8,5 Prozent weniger Bikes verkauft, außerhalb der USA 3,9 Prozent weniger. Insgesamt konnte Harley 2017 weltweit 242.788 Motorräder absetzen, auf die USA entfielen davon 147.972 Verkäufe/Zulassungen. Für 2018 liegt die Prognose bei 231.000 bis 236.000 Motorräder. Das wäre dann abermals ein Minus von bis zu 4,9 Prozent und ein massiver Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2008 mit damals noch 303.479 gebauten Harley-Davidson.
      Der Produktions-Tiefstand des US-Herstellers war allerdings im Jahr 2010 erreicht: Auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise wurden nur noch 210.494 Harleys gefertigt.
      Fehler bei der Modellpolitik
      An die sinkenden Absatzzahlen passt Harley-Davidson jetzt auch seine Produktionskapazitäten an: Das Endmontage-Werk („Final Assembly Plant“) in Kansas City, Missouri, soll Mitte bis Ende 2019 geschlossen werden. Die Fertigung aus Kansas City soll ins bestehende Werk nach York in Pennsylvania verlagert werden. Der Standort Kansas City wird komplett geschlossen. Hier wurden vor allem die Baureihen Dyna, Sportster, V-Rod und Street gefertigt.
      Neben sinkender Nachfrage spielt für diese Entscheidung offenbar auch die jüngste Modellpolitik eine Rolle: Die einst in Kansas City gebaute V-Rod-Reihe wurde 2017 ersatzlos eingestellt. Auch die Dyna-Baureihe entfiel für das Modelljahr 2018 – Dynas purzelten entweder komplett aus dem Programm oder rollen nun als völlig neu gestaltete Softails vom Band. Softails entstehen aber bereits seit einigen Jahren in York, Pennsylvania, neben der Touring-Baureihe und der CVO-Familie. In York sollen im Zuge dieser Straffung der Produktion rund 450 neue Jobs geschaffen werden. Dort sind derzeit 930 Mitarbeiter beschäftigt. Hier hatten 2009 noch 2.000 Mitarbeiter Motorräder montiert.

      Foto: Harley-Davidson Einsteigermodell aus Indien: Street 750.

      Harley erreicht keine neuen Kundenkreise
      Harleys derzeitige Produkt-Palette erreicht offenbar (noch) nicht genügend jüngere Käufergruppen. Diese wären aber dringend notwendig, um die Absatzzahlen auf hohem Niveau zu halten. Auch als reine Transportmittel („Urban Commuter“) in den aufstrebenden Märkten Asiens und Südamerikas taugen traditionell schwere und teure Harleys kaum: Trotz eines eigenen Werks in Indien hat die Company – im Gegensatz zu BMWs G 310 oder KTMs 390ern – keine wendigen (und trendigen) Singles im Programm. Aktuell sind die für Asien und Europa in Indien gefertigte Street 500 und 750 mit wassergekühltem 58-PS-V2 (Street Rod 750) die günstigsten Harleys; der Einstieg ins Modellprogramm kostet in Deutschland ab 7.695 Euro.
      Neue Käuferschichten versucht die US-Company nun mit einer wahren Modell-Offensive zu erschließen: Von 2018 bis 2028 hat der Traditionshersteller – er feiert in diesem Jahr sein 115jähriges Jubiläum – 100 neue Harley-Modelle angekündigt! Davon entfallen allein schon mindestens neun auf die 2018er-Softails. Und dies in einem Markt mit aktuell wenigen nennenswerten Mitbewerbern:hat 2017 die Marke Victory eingestellt, will allerdings mit der verbliebenen Marke Indian kräftig Gas geben. Die vier japanischen Marken haben den Bau bzw. Import von hubraumstarken Cruisern und Choppern nahezu vollständig eingestellt: So gibt es etwa keine Suzuki Intruder mehr. Und der große BMW-Cruiser kommt wohl nicht vor 2019.
      Harley-CEO (Vorstandsvorsitzender) Matt Levatich sieht zwar auch im Elektromotorrad eine mögliche Zukunft. Doch das jetzt für 2019 angekündigte Harley-Davidson-E-Motorrad LiveWire ist wohl nicht die Rettung für die US-Kultmarke, die von US-Präsident Donald Trump kürzlich noch als Vorzeigeunternehmen für „America first“ angeführt wurde.

      Quelle Motorradonline.de
      Harley-Davidson fahren - mehr als ein Hobby!

      Harley - Davidson .....alles andere ist Kinderteller. :111: