Airbag-Weste von Helite - Erfahrungsbericht von Elli

    • Airbag-Weste von Helite - Erfahrungsbericht von Elli

      Erfahrungsbericht mit der Turtle-Airbag-West von Helite
      http://www.helite-motorradjacken.de/deu/Motorradjacken/Motorradwesten/TURTLE-Hi-Vis-Gelb-Airbag-Weste::21.html

      Wolly und ich fahren seit dem letzten Jahr mit dieser neongelben Airbag-Weste mit integriertem Rückenprotektor herum, um unser Sicherheitsbedürfnis bei diesem Hobby zu erfüllen.
      Hier will ich Euch erzählen, wie es mir persönlich damit geht bzw. bei einem kleineren Unfall ergangen ist.

      Die Weste zieht man über seine Motorradjacke an. Der evtl. vorhandene Rückenprotektor der Jacke wird entfernt, da die Weste diesen beinhaltet.
      Sie ist in diversen Größen vorhanden und man kann sie auch umbestellen (allerdings auf eigene Rücksendekosten :( ). Hier könnte sich ggf. der Besuch beim Händler lohnen, der welche führt wie z.B. damals BWM Wegner in Solingen.
      Die Schnallen vorne sind ebenfalls recht gut einstellbar sodass vermutlich jeder die passende Größe findet. Der Gurt der Weste wird dann mit dem Gurt am Motorrad verbunden woran man sich schnell gewöhnt wie beim Sicherheitsgurt im Auto. Sollte dieser Gurt durch äußere Krafteinwirkung wie z.B. einem Unfall getrennt werden löst eine Gaskartusche an der Weste das Aufblasen dieser aus.

      Nun zur besonderen Erfahrung :005: :cursing: vom Samstag im Hunsrück:
      Beim Abbiegen achte ich nicht auf meine Vorderfrau und fahre ihr hinten links ins Moped mit meiner vorderen rechte Seite: Sie und Ihr Moped fällt nach rechts, ich und mein Moped nach links.
      Die genaue Geschwindigkeit kann ich nicht abschätzen … ich vermute zwischen 20-30 km/h.
      Ich höre einen großer Knall (ob vom Moped-Aufprall oder Auslösen der Airbag-Weste) und schon liege ich auf dem Asphalt. Dies allerdings „angenehm“ abgefedert durch meine prall aufgefüllte Airbag-Weste mit hartem Rückenprotektor.
      Ein Gefühl als ob man sich auf eine Luftmatratze schmeißt – überhaupt gar keine Beschwerden im Oberkörper oder an Hüfte o.ä.!
      Eine optimale Schutzwirkung hat die Weste lt. Herstellerangaben nach 100 Millisekunden.
      Ich weiß nicht wie lange mein Sturz dauerte (kam mir extrem kurz vor), aber es scheint absolut gepasst zu haben, da die Landung unerwartet „weich“ war.
      Ein blauer Fleck am Knie und an der Hand – das schienen alle Blessuren meinerseits zu sein, also alles außerhalb der Weste.
      Meine Vorderfrau hat leider viele blaue Flecken geerntet … aber Gott-sei-Dank nichts Schlimmeres.
      Etwas unangenehm – wenn auch verständlich – ist das Gefühl im Nacken/Hals-Bereich.
      Die Airbag-Weste ist auch hier prall gefüllt um die Hals-Wirbelsäule zu schützen und drückt dadurch den Helm quasi nach oben.
      Dies wirkt sich für mich unangenehm auf den Kinn-Gurt aus, da ich zu enge Halsabschlüsse hasse und quasi direkt an Atemnot denke. Dies ist keine reale Atemnot, sondern nur eine gefühlte.
      Im ersten Affekt und noch ein wenig unter Schock ist es dann auch schwierig den unter Spannung stehenden Kinn-Gurt zu lösen und den Helm abzuziehen. Man könnte natürlich auch direkt die Weste ausziehen … daran habe ich in diesem Moment aber nicht gedacht.
      Man sieht wirklich aus wie ein aufgeblasenes Michelin-Männchen und es fühlt sich auch so an, allerdings nach einigen Minuten sieht die Weste wieder normal aus.
      Die Gaskartusche kann recht einfach und schnell gewechselt werden, wenn man eine Ersatzkartusche dabei hat, sodass einer Weiterfahrt nichts im Wege steht.
      Die Vor- und Nachteile für mich möchte ich hier wie folgt zusammenfassen:
      Vorteile:
      • Erhöht die Sicherheit bei unfreiwilligem Abstieg (auch wenn die „Flugzeit“ nicht lange ist)
      • Einfach bedienbar und einstellbar
      • Farbe neongelb verfügbar neben schwarz
      • Harter Rückenprotektor ist zusätzlich im Airbag eingebaut
      • Erstaunlich luftig bei hohen Temperaturen – wir schwitzen damit nicht so wie bei dem Jacken-Rückenprotektor zuvor
      Nachteile:
      • extrem teuer (ab 599 Euro)
      • schwer(wobei dies beim Tragen nicht so auffällt)
      • der recht harte Kragen (bei bestimmten Größen mit Klett umklappbar) beschädigt die weiche Helm-Unterseite durch Abrieb und Scheuern.
      Mein persönliches Fazit ist auch eine Empfehlung:
      Auch bei der geringen Geschwindigkeit und dem „kleinen“ Aufprall hat die Weste ausgelöst und mich damit vor schweren oder zumindest schmerzhaften Verletzungen absolut geschützt!
      Jetzt bestelle ich mir wieder eine CO2-Kapsel für 22 Euro um erneuten Ersatz mitzuführen.

      Am Besten ist es natürlich, dass man eine solche Weste NIE benötigt *1*1* *2*2* .
      In diesem Sinne allzeit gute :051: Fahrt!


      :111: Wenn Du schon kein gutes Beispiel sein kannst - dann sei wenigstens eine grausame Warnung! :037:
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      Nur zur Ergänzung:
      Wir haben damals auch an elektronisch gesteuerte Airbag-Westen gedacht, welche noch schneller auslösen sollen uns aber dagegen entschieden, weil wir die Westen auch z.B. auf Leihmotorrädern nutzen wollen und kein elektr. Steuergerät an einem Fremd-Fahrzeug anbringen dürfen/wollen.
      Weiterhin gab es "damals" auch Anbieter, wo die Weste in einer teuren jährlichen Wartung musste .... auch dies wollten wir nicht.


      :111: Wenn Du schon kein gutes Beispiel sein kannst - dann sei wenigstens eine grausame Warnung! :037:
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      Wir haben uns zur gleichen Zeit auch die Westen gekauft. Da wir die beiden aber nicht mehr brauchen, bieten wir sie gerne zum Verkauf. Wir haben sie nur einmal getragen.
      Meine ist in der max. Grösse und Bines ist glaube ich in XL. Das müsste ich aber noch mal nachschauen.

      Echte Männer benutzen keinen Schirm. Sie werden nass, verfluchen das Scheißwetter, erkälten sich und sterben !