Deutschland - USA 4:1 (0:0)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Deutschland - USA 4:1 (0:0)

      Im Vergleich zum 1:4-Desaster in Florenz gegen Italien stellte Bundestrainer Jürgen Klinsmann seine Startelf auf vier Positionen um. Im Tor war wieder Bayern-Keeper Oliver Kahn gesetzt, vor ihm spielte Metzelder für Huth (keine Freigabe von Chelsea) in der Innenverteidigung. Für die verletzten Deisler und Frings standen Asamoah sowie Kehl in der Startelf, letzterer feierte demnach wie auch Metzelder ein "echtes" Heimspiel im Dortmunder Signal Iduna Park.

      Die US-Mannschaft unter Trainer Bruce Arena präsentierte in Dortmund ihre zweite Garde, da mit Beasley (Eindhoven) und McBride (Fulham) sowie Reyna (Manchester City), Lewis (Leeds United) und Onyewu (Standard Lüttich) gleich fünf Stammkräfte keine Freigabe ihrer Vereine erhielten. Zudem fehlte der Ex-Leverkusener Donovan aufgrund einer Wadenverletzung. Neben vieler "No-Names" standen jedoch mit Keller (Gladbach), Cherundolo (Hannover) und Berhalter (Cottbus) gleich drei Deutschland-Legionäre in der Anfangsformation der Amerikaner.

      Das erste Heimspiel im WM-Jahr begann wie erwartet mit dominierenden Deutschen, die vom Anpfiff an den Weg in die Offensive suchten und den US-Boys somit ihr Spiel aufdrängten. Doch gefährliche Torraumszenen der Klinsmann-Schützlinge blieben in den Anfangsminuten aus, da die Gäste in Mittelfeld sowie Defensive dicht gestaffelt standen und dadurch einen kontrollierten Spielaufbau erschwerten. Dass aber auch die zweite Garde von US-Coach Bruce Arena Fußball spielen kann, zeigte sie in der zehnten Minute, als Ching den ersten Warnschuss auf das Tor von Oliver Kahn abgab, der Bayern-Keeper aber ohne Probleme parieren konnte.

      Nach dieser Möglichkeit erhöhte die Elf um Kapitän Ballack kurzzeitig die Schlagzahl und kam ihrerseits zu guten Einschussmöglichkeiten. Zunächst zielte Podolski nach einer schönen Kombination zwischen Ballack und Klose am Tor vorbei (12.), ehe der Spielführer selbst nach einer Friedrich-Flanke das Tor per Kopf nur um wenige Zentimeter verfehlte (13.).

      Doch nach dieser Doppelchance konnten sich die Amerikaner wieder sortieren. Bei den Deutschen lief der Ball zwar sicher in den eigenen Reihen, vor dem gegnerischen Sechzehner war jedoch meistens Schluss, ohne dass Gladbachs Schlussmann Keller ins Geschehen eingreifen brauchte.

      Je länger die Partie jetzt dauerte, umso sicherer wurden die sehr defensiv eingestellten US-Boys in ihren eigenen Offensivaktionen. In der 24. Minute durfte man folglich die zweite Chance des Außenseiters notieren, doch ein Schuss von Conrad aus halblinker Position wurde vom eigenen Mann abgeblockt und ersparte somit Kahn das Eingreifen.

      Nach einer halben Stunde merkte man der deutschen Elf wieder die Verunsicherung vom Italien-Länderspiel an, viel zu umständlich und ideenlos agierte der WM-Gastgeber. Sobald die Deutschen in Ballbesitz waren, schoben gleich zwei Amerikaner auf den Ballführenden und eroberten meist das runde Leder. Kurz vor dem Halbzeitpfiff zeigte sich auch die Konteranfälligkeit der Klinsmann-Elf, als Convey zunächst Friedrich austanzte und erst am beherzten Eingreifen von Metzelder scheiterte (43.). Mit einigen Pfiffen von den Rängen wurde die deutsche Nationalmannschaft anschließend zur Halbzeitpause in die Kabine begleitet.

      Zu Beginn des zweiten Abschnitts reagierte Jürgen Klinsmann und brachte mit Schweinsteiger für Podolski eine neue Offensivkraft. Und einen besseren Einstand hätte sich der Bayern-Akteur nicht wünschen können, denn kaum auf dem Feld, brachte er die deutsche Elf mit einem direkten Freistoß aus halblinker Position in Führung (46.). Doch dieser Treffer brachte zunächst nicht die erhoffte Sicherheit ins deutsche Spiel, weiterhin wirkte das deutsche Ensemble im Vorwärtsgang gehemmt.

      Nach einer guten Stunde bot sich den Zuschauern im Signal Iduna Park ein ähnliches Bild wie im ersten Duchgang. Die US-Amerikaner hatten sich wieder auf das Spiel der Deutschen eingestellt und ließen durch ihr zweikampfstarkes Auftreten wenige Chancen zu. Umso gefährlicher wurde es in der 66. Minute vor dem deutschen Gehäuse. Nach einem Cherundolo-Freistoß von der linken Seite schraubte sich Johnson in der Mitte am höchsten, doch Kahn rettete gegen den Kopfball des US-Angreifers mit einem tollen Reflex. Kurz darauf nahm Jürgen Klinsmann einen Doppelwechsel vor und brachte Borowski und Neuville für Schneider und Asamoah (67.). Von diesem Zeitpunkt an spielten die Deutschen wieder im alt bewährten System mit zwei Spitzen, nämlich Klose und Neuville.

      Und auch hierbei sollte der Bundestrainer ein "goldenes Händchen" beweisen. Nach einem langen Flugball von Friedrich verlängerte Klose per Kopf auf seinen Sturmpartner, und Neuville ließ seinem Gladbacher Mannschaftskollegen Keller im Tor keine Abwehrmöglichkeit (73.). Nur zwei Minuten später agierte Neuville per Hacke als Vorbereiter für Klose, der nach kurzem Antritt ins kurze Eck vollendete (75.). Und damit nicht genug. In der 79. Minute flankte Klose von der rechten Außenbahn nach innen, und Kapitän Ballack köpfte völlig unbedrängt zum 4:0 in die Maschen.

      Erst nach diesen drei Treffern binnen sechs Minuten beherrschte die deutsche Elf die Gäste nach Belieben, US-Keeper Keller musste bei einem abgefälschten Ballack-Schuss sein ganzes Können aufbieten, um ein weiteres Tor zu verhindern (84.). Wie aus dem Nichts fiel dann auf der anderen Seite der Anschlusstreffer. Nach einem Flugball aus der eigenen Hälfte von Cherundolo kam Kahn aus seinem Kasten heraus, prallte mit den Füßen gegen Johnson und verfehlte in der Luft das Leder, welches ins leere Tor zum 4:1-Endstand kullerte (85.).

      Im ersten Heimspiel im WM-Jahr gelang der deutschen Nationalmannschaft ein glanzloser 4:1-Sieg gegen die USA, der mindestens ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Damit sorgten die Schützlinge von Jürgen Klinsmann vor den eigenen Fans für die erhoffte Wiedergutmachung nach dem Debakel von Florenz. Die zweite Garde der US-Boys verkaufte sich in Dortmund besser als erwartet und konnte den Deutschen lange Zeit Paroli bieten.

      Quelle: kicker.de