mit Shell und Nick Sanders nach Marokko Teil 2

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  • mit Shell und Nick Sanders nach Marokko Teil 1

    Tag 6 erster Teil

    Von Zagora über den legendären Tizi-n-Tichkapaß (2260m) nach Marrakesch oder vom Kamel zu High Heels


    Da alles so prima geklappt hatte, war von Anfang an optional freies Fahren angesagt.

    Meinen defekten Scheinwerfer notdürftig mit einer Plastikfolie und Tape
    repariert - so'ne GS kann sich halt auch anpassen und aufsatteln.

    Tanken stand erst einmal nicht auf dem Programm, da wir ja kurz vor dem Ziel noch aufgetankt hatten.
    Erster Treffpunkt war die Tanke an der T-Kreuzzung ungefähr an der Hälfte
    Strecke wo unsere Route auf die Straße der Kasbahs trifft, kurz hinter
    Quarzazate. Danach sollte es einen kleinen Abstecher von der Route nach
    Ait-Banhaddou einer beliebten Filmkulisse zum Essen geben.

    Dort sollte sich dann die Spreu vom Weizen trennen oder anders herum: man
    durfte wählen zwischen Schotterpiste oder Asphalt. Wie immer war für die
    üblichen Verdächtigen die Entscheidung klar, obwohl unser Veranstalter
    klar machte, dass der notwendige Unfallbericht im Falles eines Unfalls
    (für unsere Vollkasko) unter Umständen eine erneute Rückreise nach
    Marokko bedeuten könne.

    Nach ein wenig Grübeln war klar, dass wir genug Asphalt hatten.

    Schnell noch ein bißchen Kleingeld für den Parkwächter zusammenlegen (in jedem
    unserer Hotels wurden die Motorräder nachts permanent bewacht) und los
    ging es.


    Lange Zeit ging es recht kurvenreich entlang des Flußes Draa entlang und Wasser heißt Leben hier, sprich es war alles grün.






    Wem es zwischendurch zu langweilig wurde, bog ab und suchte sein kleines Adventure.

    In einem Ort hatten wir dann aus unerfindlichen Gründen den hinteren Teil
    der Spitzengruppe verloren und warteten, aber niemand kam. Na,
    ja,vielleicht wollten sie ja nur den geplanten Tee zu sich nehmen.


    Ok, dann halt zu dritt den nächsten Pass Tizi-n-tinififft (1600m) in Angriff genommen.











    Der Asphalt vermittelte genug Vertrauen, dass wir ein paar Kurvenfotos machten.

    Dann hielt unvermittelt ein französischer Kleinbusfahrer und berichtete von einem accident groupe de moto.
    Merde!
    Aus Rücksicht für den Verunfallten (er wurde von einem schleudernden
    PKW erfaßt) gibt es keine Details. Da wir eh nicht helfen konnten und
    außerdem unsere Ärztin bei ihm war (eine gute Idee in solchen Ländern !
    und eine ADAC Plus Mitgliedschaft !!!), beschlossen wir etwas
    gemächlicher weiterzufahren.



    Die Landschaft machte es aber auch leicht Fotostopps einzulegen:
    Das ist Schnee im Hintergrund! Der hohe Atlas ist immerhin über 4000 m hoch!




    Es blieb auch noch Zeit für das eine oder andere Offroadfoto

    Leider habe ich keinen geeigneten Platz für eine Flußdurchfahrt gefunden, bei
    der nicht die Gefahr bestand im Flußsand oder im Schlamm stecken zu
    bleiben, so habe ich lieber verzichtet.


    Auf jeden Fall waren wir damit definitiv zu früh am Treffpunkt, so dass wir uns spontan zum
    Mittagessen entschieden, um später Zeit zu sparen. Die Tanke an einer
    der Magistralen des Landes war mit einem sauberen Restaurant
    ausgestattet, in dem es neben Chicken und Chips auch Pizza gab.


    Irgendwann traff dann der größte Teil der Truppe ein und wir tankten gemeinsam.
    Für Umme wie sonst auch SHELL !
    Der Rest zog weiter und wir warteten auf 3 weitere Fahrer, die auch fällig für einen Snack waren.




    Ait-Benhaddou sieht wirklich filmreif aus und so warf sich meine Dicke in Pose:

    Aufgrund des Unfalls und des damit verbundenen Zeitverlusts sowie der
    Abwesenheit der Ärztin wurde die Offroad-Etappe gestrichen.


    Wir machten uns also auf nach Marrakesch, aber es kam ja noch der Tizi-n-Tichkapaß ...

    Tag 6 zweiter Teil

    Zagora über den legendären Tizi-n-Tichkapaß (2260m) nach Marrakesch oder vom Kamel zu High Heels
    Der Tizi-n-Tichka zeigte eine landschaftlich schöne, sanft ansteigende Südrampe.
    Leider auch mit zunehmenden Verkehr und an jeder Parkmöglichkeit stehenden
    Händler, die einem eingefärbte Mineralien oder "Edelsteine" verkaufen
    wollten.





    Die Nordrampe, runter nach Marrakesch, ist sehr spektakulär.

    Lücken in der Begrenzungsmauer, groß wie ein LKW, führen erst nach ein paar hundert Meter freien Fall wieder festen Grund - weia

    Schmal und eng an den Fels gelegt, glatt und rutschig, Schmierstoffverluste
    der Fahrzeuge mischen sich mit Schotter und Geröll, Überholen eines LKW
    braucht so manchmal zig Kurven, bis man ausreichend Sichtweite hat.


    Weitere Teile sehen so aus, als hätte man die Straße von Spitze zu Spitze der
    dortigen Hügel gebaut und die Lücken geradeso ausgemauert.
    Oder hat man die Felshügel ..?


    Platz zum Halten gab es da keinen und keiner von uns machte Anstalten an diesem Ort länger verweilen zu wollen.
    Dazu kam das Wechselspiel von starkem Schlagschatten und strahlenden Sonnenschein - Kurve um Kurve um Kurve.
    Das Stilfser Joch ist dagegen eine lange Gerade mit einigen Spurwechseln,
    zumal man ja schon km vorher sieht, was einem da entgegen kommt. Hier
    steht der Bus plötzlich vor Dir !


    Heile herunter gekommen ( das im Dunkeln ? - der blanke Horror), ging es fast nur noch geradeaus nach
    Marrakesch und der Verkehr wurde sehr dicht, was uns auch das Überholen ein wenig erschwerte.
    An einer Y Gabelung kurz vor Marrakesch (Marrakesch nach links und nach rechts ...) übernahm ich die Führung.
    Auch wenn der skurille Brite auf Karten steht, manchmal kann ein Navi doch seine Vorteile auspielen
    Wie wir später erfuhren, hatte der Tourguide hier die falsche Abbiegung
    genommen und hat schließlich entnervt einen einheimischen Moppedfahrer
    gebeten, die Truppe zum Hotel zu führen


    Wir jedenfalls fuhren schnurstracks im absolut chaotischen Verkehrsgetümmel, geführt vom Zumo 660, Richtung Hotel.
    Die Schilder, nach denen wir uns eigentlich richten sollten, waren nicht
    lesbar, denn die Sonne stand so tief, dass Schilder nicht lesbar waren.
    Wir hätten aber auch kein Auge vom Verkehrsgetümmel nehmen können.

    Alles fuhr kreuz und quer und insbesondere die Moppeds schienen rote Ampeln völlig zu ignorieren.
    Paris, selbst die mehrspurigen Kreisverkehre ohne Fahrbahnmarkierung, sind
    dagegen mit verbundenen Augen zu durchfahren. Aber oh Wunder, man nimmt
    viel Rücksicht auf den anderen, wie überhaupt im ganzen Land. Läuft man
    auf einen PKW auf, so fährt dieser nach rechts und macht Platz zum
    Überholen.

    LKW blinken links, wenn sie wegen eines Eselkarrens
    oder Mopedfahren auf die Gegenfahrbahn müssen und blinken rechts, wenn
    alles frei ist zum Überholen ! Kompliment !!!
    Doch jetzt wieder volle Konzentration auf den Verkehr.
    Der komplette Gegenverkehr erscheint als Schattenspiel als schließlich rechts der Bahnhof auftaucht.
    Ok und wo ist jetzt das IBIS ? Einer ist schneller als ich und findet es 50 m weiter geradeaus, hinter dem Bahnhof.
    Wow, Ziel erreicht.



    Schnell noch das Ritual:
    Sprung in den Gartenpool (rundum die Geräusche der Großstadt) auch hier 3 cm und das erst Bier
    Dann schnell Duschen und umziehen, wir wollen ja etwas von Marrakesch sehen, bevor wir wieder früh morgens abreisen.




    Wie die Kollegen vorher per Iphone ermittelt hatten, gibt es 10
    Spezialitäten-Restaurants in Marrakesch, wo wir uns 'mal richtig satt
    essen wollten

    Und hier kamen dann auch die verwunderten Blicke:
    Die Mädels in High Heels und kürzeren Rücken, etwas was wir bislang nicht
    gesehen und auch nicht vermutet hätten. Also wenn die Menschen können
    wie sie wollen, dann sind sie von uns nicht zu unterscheiden !


    Dann ab in ein Taxi, apropos, wenn jemand wissen möchte, wo alle unsere alten Mercedesse geblieben sind: HIER !





    und ab in die Innenstadt zum Platz Djamaa-el-Fna, da wo die Suqs, die verwinkelten Basare beginnen.
    Die Suqs selbst wollten wir uns nachts dann doch nicht antun.







    Wir nahmen dann noch einen Tee in einem Restaurant auf einem Dach ein (leider keine Alkohollizenz),
    Bevor wir wieder zurück ins Hotel fuhren, wo wir dann unseren Schlaftrunk nur noch an der Rezeption bekommen konnten, weil die Hotelbar schon geschlossen hatte.
    Morgen geht's weiter....



    Tag 7
    Von Marrakesch zurück nach Volubilis
    über Kasba-Tadla und Azrou (Teepause Hinfahrt)


    Im Rudel ging es durch das Verkehrsgewirr von Marrakesch raus in Richtung Nordost.
    Außerhalb des Ortes gab es dann wieder eine Runde Freisprit für alle und wir
    machten uns als Vierergruppe wieder als Erste auf die Socken.


    Die Route ist auf der ersten Hälfte recht langweilig, da es fast nur geradeaus geht.




    Ausgemacht war erste Treffpunkt an der ersten Tanke nach Beni-Mellal
    Ratzfatz waren wir da und warteten auf den ersten Tourguide, der dann brav die Tankrechnung für alle Motorräder übernahm.

    Weiter ging es in Richtung Atlas und den ersten Kurven.
    Irgendwie hatte unserer Führungsfahrer alle Tipps für die Mittagspause ignoriert
    oder wartete er nur auf ein Golden Arches ??? So waren wir ruckzuck am
    zweiten Treffpunkt in Azrou, wo wir dann endlich Mittag essen wollten.
    Als wir mit unseren Motorrädern an einer Restaurantzeile vorbeifuhren ging das Gerenne der Schlepper in unsere Richtung los.

    Es hat sich als gute Taktik erwiesen, dass die Gruppe erst einmal abwartet
    und einer den Preis für das Essen klarmacht. So bekamen wir für 4 € ein
    halbes Hähnchen (ohne Keule/Flügel), Pommes, Reissalat und eine Cola.






    Mit dem kleinen Snack ging es mir wieder besser und wir fuhren zurück zur Tanke am Ortseingang, wo wir auf den Rest warteten.

    Noch einmal auffüllen und die Schlußetappe konnte starten. Schließlich
    wollte ich mit meinem defekten Scheinwerfer gerne noch im Hellen
    ankommen, dies wollte wohl auch andere und unser Trupp verdoppelte sich.


    Gesagt, getan, der Großteil der Strecke bis hinter Meknes war langweilig, ab
    Meknes durfte ich wieder vorfahren, da für die Stadt und dem weiteren
    Weg ein Navi vorteilhaft erschien.
    Kurz vor dem Ziel waren fantastische Kurven, die wir ja auf der Herfahrt im Regen "durchgeeiert" sind.
    Nun durfte ein wenig Gas stehen bleiben


    Leider ging einem aus unserer Truppe dabei wohl die Konzentration aus und er
    kam etwas vom rechten Weg ab, was ihm sein Motorrad etwas übel nahm. Ihm
    selbst scheint außer Prellungen dabei nichts passiert zu sein.
    Ist aber ein verdammt blödes Gefühl, wenn auf der nächsten Gerade plötzlich die Hälfte der Truppe fehlt.
    Und das 10 km vor dem Ziel. Einer blieb und wartete mit ihm gemeinsam auf den Servicetruck und der Rest fuhr zum Hotel.

    Miss Sophie ? Ja, ihr habt es errraten ! Pool und Bier waren angesagt,
    während unsere Moppeds nach den jetzt etwa 2000 km durch Marokko doch
    ein wenig mitgenommen aussahen.





    Tag 8

    Letzter Tag in Marokko - zurück von Volubilis über Ceuta nach Algeciras


    Der Tag startete wie immer 6:30 Uhr aufstehen, 7:00 Uhr frühstücken und um 8 Uhr sollte es los gehen.




    Irgendjemanden fiel dann doch ein, dass wir für das
    "Straßeausgehen" gestern abend, vielleicht doch ein Polizeiprotokoll
    benötigen, wie es die Vollkaskoversicherung fordert.


    Also wurden mit Hilfes des Hotels die Dorfsheriffs gerufen.
    Nick Sanders begrüßte sie im großen "Ausgehanzug" (lange Funktionsunterwäsche und Socken).
    Nach kurzer Zeit war den Herren klar, hier gibt es nichts zu tun für uns, war ja keiner verletzt.


    Mit einer Engelsgeduld und den angebrachten Fragen nach der Familie brachte
    Nick die Sheriffs dazu doch noch ein Protokoll anzufertigen, was diese
    mit großer Akrebie dann auch taten.
    Zum Abtippen im 2-Finger-Suchssystem mußten sie zwischendurch auch noch ins Revier, so
    dass wir mit mehr als 3 Stunden Verspätung endlich loskamen.


    Impressionen aus der Wartezeit:





    Da der Transportanhänger mit den beiden Unfallmaschinen und der Super
    Tenere von Jimmy, der uns im Marrakesch verlassen mußte, voll war, war
    Rudelfahren angesagt.


    Bis zu der Grillstation, wo wor schon auf dem Hinweg den ersten Happen marrokanischer Kultur gegessen hatte.
    Diesmal war der Laden gerammelt voll, da ein Miniclub aus Frankreich dort Rast machte.
    Nach langer Wartezeit gab es dann endlich auch etwas zu beißen, aber bei
    näherer Betrachtung war mein Fleisch nicht ganz durch...

    Weil nicht nur ich, sondern auch eine ganze Reihe anderer Fahrer über
    Symptome ähnlich einem Sekundenschlaf klagten, durften wir den Rest der
    Strecke mit Adrenalin wach bleiben, sprich freies Fahren.
    Treffpunkt war vor der Grenze.

    Im Letzten Ort vor der Grenze tranken wir noch einen Espresso und wollten
    unser Restgeld zurücktauschen, aber die Bank hatte schon zu. Also
    schnell einen Laden suchen, um noch etwas sinnvolles zu kaufen, aber da
    rollte auch schon die restliche Truppe an und wir folgten ihnen zur
    Grenze.

    Auch hier kamen wieder aus allen Löchern die Schlepper an, ein Hinweis auf den "Chef de groupe" und Ruhe war.
    Die Ausreise war trotz der Autoschlangen schnell und umkompliziert.
    Nur ein Touragfahrer nam das Vordrängeln der Moppeds wenig arabisch und schuppste einen Kollegen um - nichts passiert.


    Die Spanier interessierten sich überhaupt nicht für unsere Ausweise, sehr wohl wiesen sie uns auf die Helmpflicht hin.

    Als wir alls beisammen hatten, ging es weiter zur Fähre, die wir leider
    gerade verpaßt hatten, so dass wir eine Stunde warten mußten. Zuvor
    erlebten wir aber noch, dass Drogenhunde alle PKW von innen und außen
    bschnüffelten.
    Uns Motorräder liessen sie so passieren. Ob da jemand ein Stein vom Herzen gefallen ist ?






    geschaffter Tourguide

    Die Fährüberfahrt interessierte dann eigentlich niemanden mehr - war aber auch schon dunkel.





    Während Papa wieder im kleinen Schwarzen ...

    ........schlüpfte Junior in seine Fußstapfen

    Im Hafen von Algeciras nahmen wir dann gleich Kurs Hotel, wo wir als erstes die Motorräder auf den LKW verluden.


    Leider
    hatte das Hotel schon zu, so dass Nick eine Ladung Pizza per Pizzataxi
    bestellte. Margarita für 10 € das Stück. Schmeckte aber nach 3,50 €...


    Auch an der Bar war bereits die "Last Order" ausgerufen, so dass wir auch recht schnell ohne Bier dastanden.


    Egal, stand ja noch genug Arbeit mit dem Umpacken an und um 9:30 Uhr sollte dann auch schon wieder unser Transferbus gehen.

    Noch ein paar Worte:
    DANKE an Shell, Wolfgang, Frank, Jana & Co., Nick Sanders & Team
    sowie all meinen Mitfahrern für dieses einzigartige Erlebnis !


    Wer jemals nach Marokko fährt, sollte:
    - sich Zeit für das Land und deren Leute nehmen
    - Tagesetappen von 400 km nicht überschreiten
    - nicht alleine fahren, um im Falles eines Unfalls Hilfe zu haben (und wenn es nur die Bergehilfe aus dem Sand ist...)
    - sich überlegen, die Tour mit Nick Sanders zu fahren, denn dort ist eine Ärztin dabei
    - sich passabel auf Französisch verständigen können


    Was ich mir noch gewünscht hätte:
    -
    Verlassen der Nationalstraßen und Befahren weniger erschlossener
    Nebenstraßen )mit Marokko verbindet man ja nicht gerade asphaltierte
    Straßen)
    - Mehr Freizeit, um z.B. in Marrakesch mehr sehen zu können
    - Wärmere Pools ;-))





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